Adblocker-Hinweis bei Spiegel Online

Mein Traum vom Geld verdienenden Ad-Blocker

Da guckt man nichtsahnend bei Spiegel Online vorbei – und wird gleich mal mit einem roten Kasten dumm angemacht: “Du böser User, du benutzt einen Ad-Blocker und bringst uns um unseren Verdienst”, steht da sinngemäß. Ähnliches fand sich bei Sueddeutsche.de, Zeit Online, [Golem.de][4] [und noch einigen weiteren Portalen][5]. Ja, ich benutze einen Werbeblocker. Nein, ich werde ihn nicht einfach so ausmachen. Aber die Aktion rief mir eine Idee in Erinnerung, die ich vor einiger Zeit mal hatte und schon lange mal aufschreiben wollte. Hier ist sie. ...

May 13, 2013 · 5 min · Titus Gast

Was Online-Journalisten nicht erst morgen können sollten

Diskussionen im Netz über Onlinejournalismus sind für gewöhnlich bestes Popcorn-Kino. Da haut einer ein paar Thesen raus, und schwuppdiwupp sind sie wieder da, die Typen, die früher alles besser fanden und den Untergang des Abendlandes fürchten – nur weil jemand sagt: Leute, das mit dem Journalismus funktioniert anders als früher und darauf müssen wir Journalisten uns verdammtnochmal einstellen. ...

March 22, 2013 · 4 min · Titus Gast

Facebook schafft die Demokratie ab. Nicht.

Nein, es ist nicht nett von Facebook, dass sie jetzt die Mitbestimmung der User bei Änderungen an AGB und „Datenverwendungsrichtlinien“ einschränkt. Aber der Sturm der Entrüstung, der heute über diverse Portale und durchaus auch meine Facebook-Timeline zog, ist seltsam. Mal ehrlich: Ich kann dieses Gejammer nicht mehr hören. Aber der Reihe nach: Facebook will also seine AGB und Datenverwendungsrichtlinien ändern. Überall titelten daraufhin Webseiten Dinge wie „Facebook will keine Mitbestimmung mehr“, „Facebook-Nutzer sollen nicht mehr mitreden dürfen“ oder „Facebook will Demokratie-Farce beenden“ (um nur ein paar herauszugreifen). Alles klang irgendwie nach Alarm, Gefahr und bösen Machenschaften. Ein eigentlich unauffälliges Beispiel bei Twitter: ...

November 22, 2012 · 4 min · Titus Gast

Twittertussi trifft wilde Netzgemeindler

Ich bin sehr positiv überrascht darüber, wie sich die Diskussion um die „Twitter-Tussis“ (bzw. den Meedia-Artikel dazu) entwickelt hat. Über das Wochenende tauchten doch an ganz verschiedenen Stellen immer neue, durchaus durchdachte Diskussionsbeiträge zu diesem Thema auf. Allesamt sehr lesenswert. So fruchtbar diese Diskussion sich auch entwickelt hat, glaube ich dennoch: Wir reden ein bisschen aneinander vorbei. Soweit ich die verschiedenen Standpunkte überblicken kann, gibt es vor allem ein großes Missverständnis. Das ist die Annahme: „Wer (wie u.a. Dennis Horn und ich) die mittelfristige Abschaffung der Twitter-Tussi fordert, möchte keine Tweets in klassischen Medien.“ Das ist ehrlich gesagt Quatsch. Ich bin der Meinung: Tweets und andere Internet-Inhalte sollten nur als das präsentiert werden, was sie sind. Es geht um die Message und nicht um das Medium (bzw. um ganz genau zu sein: den Kommunikationsweg). ...

November 12, 2012 · 3 min · Titus Gast

Ja, ich bin Twitter-Tussi. Na und?

Wäre ich eine Frau, hätte ich es möglicherweise nicht so lustig gefunden, einfach nur meine Arbeit zu machen und dafür von einem Online-Medienmagazin als „Twitter-Tussi“ tituliert zu werden. Als männliche Twitter-Tussi fand ich es einigermaßen komisch. Denn wenn wir alle einfach mal einen Schritt zurücktreten und mit etwas Abstand auf uns gucken, ist das doch Realsatire, was wir da treiben: Tweets in anderen Medien vorzulesen. Oder? Zunächst mal: Natürlich kann man über den Meedia-Artikel streiten. Wahrscheinlich ist er auch nicht besonders geglückt als Satire – vor allem ist es wahrscheinlich sogar ziemlich unnötig, Kolleginnen namentlich zu nennen. Viel lustiger wäre es wahrscheinlich gewesen, eine anonyme Klischee-Twittertussi zu beschreiben. Ob ich den Artikel sexistisch finden soll, wie es viele kritisieren? Keine Ahnung. Vermutlich müsste ich dazu eine Frau sein. Tatsache ist – und das wird auch in dieser Satire deutlich: Es ist im Fernsehen (und ich möchte persönlich ergänzen: im Radio) gerade mega-angesagt, aus dem Internet vorzulesen. Wenn man das lustig findet, kann man sich auch darüber lustig machen. Man kann auch ein paar Interviews zu diesem Phänomen machen. Ist auch lustig, aber auch irgendwie ernsthaft. Vielleicht besser. ...

November 9, 2012 · 4 min · Titus Gast